La Madeleine: ein römischer Tempelbau als Kirchen-Attraktion
Eine Frankreichreise nach Paris sollte unbedingt mit dem Besuch der Kirche La Madeleine verknüpft werden, die im gleichnamigen Viertel der Hauptstadt unweit der großen Boulevards liegt. Bereits im Jahr 1764 wurde mit dem Bau der Pfarrkirche begonnen, wegen der Revolution kam es allerdings zum Abbruch der Bauarbeiten. Das Tempel-Design wurde auf Anordnung Napoleons geschaffen, der aus dem Bau eine Ruhmeshalle für die Soldaten Frankreichs errichten wollte. Dieser Plan wurde nach dem Russlandfeldzug wieder verworfen und der ursprüngliche Plan, eine Kirche zu bauen, wieder in Angriff genommen. La Madeleine wurde schließlich im Jahr 1845 als Kirche geweiht.
Aufgrund der unterschiedlichen Absichten der Nutzung ist der Außenaufbau am Modell des römischen Tempels orientiert, während im Inneren sich drei Kuppeln über den Raum wölben und eher dem Bild römischer Thermen entspricht. Am Ende des Raumes, über dem Altar, steht eine Statue von Carlo Marochetti, welche Maria Magdalena zeigt, wie sie von zwei Engeln in den Himmel geleitet wird. Die Orgel von La Madeleine ist im Stil der italienischen Renaissance gestaltet, der Orgelbau kam erst ein Jahr nach der Weihe zum Abschluss.
Heute finden in der Kirche regelmäßig klassische Konzerte statt, viele davon sogar kostenlos wie auch die Besichtigungen selbst. Dafür ist sie sogar täglich für die zahlreichen Besucher geöffnet. In der Kirche La Madeleine fanden auch Totenmessen für berühmte Persönlichkeiten statt, 1849 erwies man hier dem polnischen Komponisten Frédéric Chopin die letzte Ehre, das gleiche geschah 1924 mit dem französischen Komponisten Gabriel Fauré und 1992 mit der unvergessenen Marlene Dietrich.